Island – Das Solo-Reiseziel

Im Juni 2018 hatte ich die Möglichkeit zu reisen, jedoch nur allein. Dank der Inspiration von Yvis Way (https://www.youtube.com/watch?v=VF6CL8aYW9c&t=100s) fiel die Wahl auf Island, da Natur, Aktiv- und Reiturlaub in einem der sichersten Länder der Welt ideal zu einer zur einer Reise, die ich alleine machen würde, passen.

Warum Island?

Abgesehen von der Sicherheit, kommt man sehr einfach mit Englisch durch, selbst Menschen, die nicht primär in der Tourismusbranche (Restaurant-, Supermarkt- oder Tankstellenangestellte) arbeiten, sprechen sehr gut englisch. Aktivurlaub war die korrekte Wahl für mich als Alleinreisende, da für mich Kultur oder eine Stadt erkunden nicht einladend wirkte.

Im Juni begann ich erstmalig mit der Planung, die ich selbst und ohne Unterstützung eines Reisebüros gemacht habe, da dieser Urlaub frei gestaltet werden sollte. Zuerst habe ich den Flug gebucht, dann einen Toyota Yaris als Mietauto und danach habe ich nach und nach die 6 Hotels und Hostels gebucht. Darüber hinaus habe ich noch eine Reittour und eine Whalewatching Tour bereits in Deutschland gebucht.

Noch generelles zu Island:

Fahren in Island ist relativ entspannt, es gelten harte Tempolimits. In der Regel darf man auf den Landstraßen nur 90 fahren, es gibt auch viele schlechtere Schotterstraßen, teilweise haben vereinzelte Straßen auch Schlaglöcher. Darüber ist Island ein Schafland und man findet häufig Schafe auf den Straßen oder am Rand der Straße. Ich hatte mein Handy mit Navigationsfähigkeit immer dabei, jedoch ist es auch möglich sich in Island ohne Navi zurecht zu finden, da es viele Karten an Parkplätzen gibt und generell ist das Straßensystem nicht komplex.

Des Weiteren wird in Island wenig Bargeld genutzt, ich habe mir keine Kronen mitgenommen oder tauschen lassen und bin definitiv durchgekommen. Ich würde Leuten die nach Island reisen, vielleicht empfehlen 1000 Kronen (circa 8 Euro) in Münzen zu holen, da dies helfen kann wenn man aufs Klo muss (und dies 200 Kronen kostet) und die Kreditkarte nicht nutzen möchte. Was mir leider passiert ist.

Ich entschied mich die komplette Insel gegen den Uhrzeigersinn zu erkunden. Die meisten Reiseführer sind darauf ausgelegt die Insel im Uhrzeigersinn zu erkunden, wofür es meiner Meinung nach wenig Argumente gibt. Das Hauptargument liegt wahrscheinlich darin, das die erste Ausbuchtung der Insel über Reykjavik bzw der Park um den Snæfellsjökull alle Merkmale hat, die man in Island sehen muss: also hat es interessante Vögel, Lavafelder und einen Gletscher. Jedoch hat der Süden hat generell mehr Sehenswürdigkeiten, die näher beieinander sind, was am Anfang der Reise einfacher sein kann da man kürzere Strecken fährt, aber viel sehen kann, was ermüdend ist.

Generell sind die Preise in Island hoch, vor allem was Essen und Unterkunft angeht. Bis auf Benzinpreise ist fast alles teurer als in Deutschland. Für mein günstigstest Hostel habe ich in einem Schlafsaal mit (potentiell) 5 weiteren Frauen 45 Euro pro Nacht ohne Frühstück gezahlt. Jedoch muss man dafür aber zugeben, dass (bis auf ein Hostel) alle Hotels/Hostels in denen ich war, sehr sauber waren und daher dem isländischen Preis-Leistungsverhältnis durchaus gerecht kamen. Beim Essen kosten eine Hauptspeise eigentlich fast immer mehr als 25 Euro.

Ankunft:

Mein erster Tag in Island war eher kurz, da ich am Nachmittag losgeflogen bin und um 16 Uhr in Keflavik gelandet bin, mein Auto abgeholt habe, und zu meinem ersten Hostel gefahren bin.

Das Foto ist lustigerweise direkt an der ersten und letzten Station meiner Reise entstanden, denn der Dampf, den man hinten sieht, ist von der berühmten Blauen Lagune, einem Thermalbad, das ich am Ende der Reise besuchen werde.

Station 1:

Das erste Hostel ist in der Karte mit der 1 markiert, von diesem Hostel aus habe die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Island besucht. Diese Gruppe von Sehenswürdigkiten wird gerne als Golden Circle bezeichnet, da diese relativ unkompliziert in einem Tag angeschaut werden können. Da ich an einem Tag eine Reittour gebucht habe, entschied ich mich diese Sehenswürdigkeiten auf 2 Tage aufzuteilen. Die Highlights hier sind der Gulfoss, die Geysire und mein persönliches Highlight der Nationalpark Pingvellir. Dieser Park hat einer der schönsten Aussichten, die ich in Island gesehen habe, und den Weg zwischen den Welten!

Dann ging es schon zum zweiten Hostel (markiert mit der Nummer 2), auf dem Weg dort hin gibt es 2 bekannte Wasserfälle die definitiv einen besuch wert sind.

Station 2:

Ich habe 2 Nächte in Vik (Nummer 2) übernachtet, was ich Leuten die eine ähnliche Reise angehen würde vielleicht nicht empfehlen würde. Ich würde eine Nacht in Vik übernachten und eine in Hofn. Vor allem weil es zu viele Sehenswürdigkeiten auf dem Weg von meinem zweiten Hostel zu meinem dritten Hotel gibt und obwohl ich sehr früh am morgen losgefahren bin, bin ich erst spät im dritten Hotel angekommen. In der Nähe von Vik gibt es den berühmten schwarzen Strand und dessen Umgebung, dort habe ich das erste mal die bekannten Papageientaucher gesehen und bin sofort verzaubert gewesen.

Nach meinem Aufenthalt in Vik (Nummer 2) gab es den wohl vollsten und längsten Tag, den ich in Island hatte. In nur einem Tag wollte ich mir den Naturpark Vatnajoküll anschauen und die umgehenden Sehenswürdigkeiten und darüber hinaus noch mindestens 5 Stunden zu meinem nächsten Hotel fahren. Dabei lagen alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg und konnten leicht erreicht werden. Im nachfolgenden Foto ist der Svartifoss, der Wasserfall im Vatnajoküll. Dies war wohl die sportlichste Erfahrung, die ich in Island hatte, da man um diesen sehen zu können eine Stunde auf einem sehr gut befestigten Weg wandern musste. Dieser Park war eine sehr schöne Erfahrung, da man am Ende noch die traditionellen Isländischen Gebäude mit Gras auf dem Dach von innen und außen besichtigen konnte. Nach meinem veregneten Besuch des Parks fuhre ich weiter und habe mir noch Gletscherseen angeschaut und die Diamond Beach, wo man das dauerhafte Eis von Island zu jeder Jahreszeit bewundern konnte. Danach musste ich noch eine zeitlang zu meiner nächsten Übernachtungsmöglichkeit fahren (die Nummer 3). Im nachhinein hätte ich mir gewünscht vielleicht anstatt zwei Nächte in Vik zu verbringen wäre es besser gewesen eine Nacht in VIk und eine in Hof zu verbringen, dann hätte ich für all die Sehenswürdigkeiten an diesem Tag mehr Zeit gehabt und hätte den Park noch etwas länger besuchen können.

Station 3 und 4:

Nach einer Nacht Pause in der Nummer 3 ging es gleich weiter zu meiner nächsten Station im Norden von Akureyri zu der 4. Auf der Fahrt dorthin gab es die unglaubliche Gegend des Myvatn Sees, in die ich mich in den nächsten Tagen verlieben würde. Der See und seine umliegenden Kraterstrukturen sind durch Lavabewegungen entstanden und daher sieht diese Gegend teilweise aus als wäre sie von einem anderen Planeten.

Vor Myvatn gab es Schwefelfelder bei denen man sich einfach fühlt, als wäre man auf dem Mars. Ich war in dieser Gegend Wandern, Reiten und Spazieren. Wenn man in Island ist, darf man Myvatn nicht auslassen. Darüber hinaus gab es hier eine unglaubliche Vogelvielfalt, die selbst nicht begeisterte in ihren Bann zieht! Mit den drei Tagen, die ich hier geplant hatte zu verbringen, bin ich sehr glücklich gewesen, da es sehr viel für mich zu tun gab und so viel was mir gefallen hat!

In der Gegend von Myvatn gibt es noch die Asbyrgi Schlucht und den Dettifoss Wasserfall, die beide auch einen Besuch wert sind. Vor allem der Dettifoss Wasserfall sticht bei der überwältigenden Menge von Wasserfällen in Island heraus, da dieser der leistungsstärkste Wasserfall in Europa ist.

Station 5:

Nach einer wunderschönen Zeit im Norden von Island mit perfektem Wetter gab es eine eher ruhige Fahrt zur nächsten Station, der 5. Den ganzen Tag, den ich in dieser Gegend hatte, habe ich dazu genutzt den Latrabjarg zu sehen. Die westlichste Stelle von Island (und Europas), die bekannt für ihre Aussicht ist und dafür, dass man dort die Papageientaucher hautnah erleben kann. Aufgrund dem unglaublichen Glück, das ich mit dem Wetter hatte, hätte man fast glauben können, jemand bezahlt die Papageientaucher dafür eine Show für mich und die anderen Besucher zu machen!

Station 6:

Meinen letzten ganzen Tag in Island fuhr ich von Station 5 zu Station 6, wobei sich die Fahrzeit deutlich verlängert hat, aufgrund des Umweges zu einem Nationalpark und zum Kirkjufell. Als Game of Thrones Fan war das für mich ein Muss, da dieser Berg mehrfach in der Serie vorkommt. Den Tag lies ich sehr bewusst in dem bekanntesten Thermalbad ausklingen (der Blauen Lagoone). Ich schlief eine Nacht noch in der Nähe des Flughafens und erwischte dann meinen frühen Flug am nächsten Tag.

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