Indienreise 2014

Mein großer Traum war immer nach Indien zu reisen und das nun circa bereits 10 Jahre. Nachdem unsere Kinder das Haus verlassen hatten und wir – auch durch deren Unabhängigkeit von uns – mehr finanziellen Spielraum hatten, haben mein Mann und ich beschlossen nach Indien zu reisen. Als einzig übrig bleibende Einschränkung blieb die Berufstätigkeit meines Mannes, dadurch waren wir zeitlich eingeschränkt und konnten maximal eine 2,5 Wochen dauernde Reise buchen.

Wir waren vor der Reise ziemlich skeptisch, über das was uns erwarten würde. Aus Sicherheitsgründen beschlossen wir daher eine Gruppenreise zu buchen, um Schutz in der Gruppe zu haben. Da wir aber schon wussten, dass wir beide nicht begeisterte Gruppenliebhaber sind, wählten wir bei einem Anbieter eine Rundreise mit maximal 12 Teilnehmern. Auch nahmen wir aus Sicherheitsüberlegungen das erste Mal in Asien keine von unseren Töchtern mit, obwohl die damals schon 21 und 23 waren und u.U. aus Interesse mit uns gereist wären.

Was war nun das Endergebnis unserer Überlegungen? Buchung einer Reise durch Rajasthan. Ankunft in Delhi, Rundreise durch Rajasthan, Abschlussbesuch in Uttar Pradesh mit einem Besuch des Tadj Mahal, Rückflug von Delhi.

Nun – wie war`s? Toll. Beeindruckend. Anstrengend. Wie hat es insgesamt gefallen? Mal so und mal so. Gemischte Eindrücke. Warum?

  • Toll und unglaublich beeindruckend waren diese Burgen der Maharadschas. Und dann gleich so viele zum Anschauen. Und es ist einfach eine schöne Erinnerung, das Tadj Mahal selber innen und außen angeschaut zu haben. Obwohl man da schon so viele Bilder vorher gesehen hat. Der eigene, persönliche Eindruck vor Ort ist und bleibt etwas Besonderes.
  • Die Reise war anstrengend, da man in der Gruppe ständig viele Wartezeiten hatte, in denen man natürlich wach blieb. Irgendjemand feilschte immer um irgendeinen Artikel oder wollte sich etwas noch genauer anschauen…
  • Auch war die Reise anstrengend, da die Infrastruktur in Rajasthan so schlecht ist. Irgendjemand hatte ein GPS-Gerät dabei, wir zuckelten in der Rundreise viel und meistens mit einem Durchschnitt von 32 km/h über irgendwelche Schotterpisten im Kleinbus. Damit konnte somit eine Fahrt von 150 km Länge über vier Stunden dauern, da ja auch noch eine „Pinkelpause“ für alle Teilnehmer eingeplant werden musste.
  • Dann haben wir festgestellt, dass man heutzutage überall in der Welt auch als Kleingruppe mit Freunden oder Familie reisen kann. Mehr Schutz ist wohl nicht nötig. Warum bevorzugen wir es aber trotzdem mit Guide und Fahrer zu reisen? Nun – stellen Sie sich mal vor, Sie würden am Hauptbahnhof in München ein Ticket kaufen wollen, irgendwelche Extrawünsche wie Fensterplatz etc. haben, und keinerlei Deutsch sprechen können. Nun – viel Spaß. Mit Guide und Fahrer kommt man einfach schneller und besser überall durch. Alleine kann man auch verreisen, aber dann benötigt man wohl viel mehr Zeit, da man alles selber organisieren muss. Und das auch noch unter dem Aspekt, dass man die Sprache im Land nicht beherrscht.
  • Vor der Reise haben wir uns auch unnötig Sorgen um passende Kleidung gemacht. Heutzutage würde ich einfach sagen, die beste Kleidung, die man hat, die aber bei den Temperaturen und der Niederschlagmenge am Zielort angepasst ist. Bequeme Schuhe in denen man viel Gehen kann sind wichtig. Und man fühlt sich wohl besser, wenn man möglichst gut gekleidet ist, wenn man sich in einem teuren Hotel aufhält. Auch wenn es am Zielort heiß sein sollte, Shorts und Minis tragen wohl eher nur die Touristen.
  • Am wenigsten gefielen uns in Indien die krassen Gegensätze. Als Beispiel – selbst gesehen – möchte ich ein Firmengebäude nennen, toll und verspiegelt, wo man nur eine top laufende Firma vermutet. Daneben dann eine verbrannte Hütte, in der ein ausgemergelter alter Mann mit Kuh wohnte. Wenn man bei uns in der Hütte einen Hund unterbringen würde, würde einem die Nachbarschaft wohl den Tierschutzverein auf den Hals hetzen. Und so hatten wir viele Eindrücke dieser Art. Die Armut und die Lebensbedingungen, in der ein Großteil der Inder lebt, finde ich schwer zu ertragen. Und direkt daneben totaler Luxus und Technologie, wie es das auch in unserer Gesellschaft kaum besser denkbar ist. Ganz generell ist auch der überall herum liegende Dreck für Leute wie uns, die im „Speckgürtel um München herum“ wohnen, schwer erträglich.
  • Letzter Satz war schon eine Überleitung zum Thema hygienische Zustände in Indien. Indien ist ein Land, in dem man den Ratschlag „cook it, peel it, boil it or forget it“ immer anwenden sollte. Was mich bei fester Nahrung nicht weiter stört. Störender finde ich die Notwendigkeit niemals Wasser aus einem Wasserhahn trinken bzw. zum Zähneputzen verwenden zu dürfen bzw. jeden noch so lächerlichen Eiswürfel in einem Cocktail als Anschlag auf die eigene Gesundheit zu betrachten zu müssen. Aber – in manchen Ländern muss man halt diese Grundregeln einhalten. So eben auch in Indien. Genaueres zu den sinnvoll notwendigen Vorsichtsmaßnahmen kann man leicht googeln.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.